Sind Sie reiselustig?

Total! Als Model bin ich schon sehr viel herumgekommen: Ob Mailand, München, Athen oder Paris. Doch durchs deejaying wurde es noch intensiver. Jetzt fliege ich zum Beispiel um 22 Uhr nach Moskau, lege dort auf und bin um 7 Uhr morgens schon wieder Weg zur nächsten Destination. Teilweise habe ich an einem Wochenende bis zu drei Bookings und die ganze Koordination ist schon sehr herausfordernd. Trotzdem macht es mir viel Spass und ich versuche so viel mitzunehmen, wie es geht.

Das heisst, die Reisen geben Ihnen viel?

Da ich sehr offen für neue Kulturen bin, ist es ein grosses Glück, diese Welt in Verbindung mit meinem Job entdecken zu dürfen. Durch die Auftritte komme ich an Orte, die ich sonst vielleicht privat nie bereist hätte; ob Sibirien, den Libanon oder im Kosovo. Da ich dort als DJ und nicht als Touristin hinreise, werde ich wie jemand von ihnen aufgenommen und habe so die Chance, wirklich die Art und Weise der Landsleute hautnah mitzuerleben und völlig integriert zu sein.

Sehen Sie denn Sehenswürdigkeiten, wenn Sie auf Tour sind?

Das ist natürlich oft schwierig. Aber immer wenn der Terminkalender es zulässt, versuche ich noch ein paar Tage dranzuhängen, um die Chance zu nutzen, mir den Ort anzusehen und zu geniessen. Da gehört der Besuch von Sehenswürdigkeiten einfach dazu. Im Libanon habe ich zum Beispiel die Jeita-Grotte besucht, die für mich weltweit die spektakulärste Tropfsteinhöhle ist. Das war einfach der Wahnsinn!

Sind Sie auf Reisen ein Genussmensch?

Ja. Ich bin sehr offen, neue kulinarische Dinge auszuprobieren – das Essen hat bei mir die oberste Priorität. Nicht nur um den Hunger zu stillen, sondern auch, um Neues auszuprobieren und meinen Geschmackssinn zu intensivieren. Es ist mir egal, ob der Strand zu steinig, der Wind zu windig, das Wasser zu kalt oder das Bett zu hart ist – solange das Essen top ist (lacht). Bin immer auf der Suche nach einem kulinarischen Feuerwerk.

Ist das Reisen eine Inspiration?

Auf jeden Fall. In meiner Musik spiegeln sich nur Dinge wider, die ich auch tagtäglich erlebe. Während einer meiner Reisen nach Griechenland zum Beispiel besuchte ich ein Bouzoukia, das ist ein Lokal, in dem sie griechische urbane Volksmusik spielen. Und da ist mir die Bouzouki-Gitarre aufgefallen – ein Lauteninstrument, welches oft Bestandteil griechischer Volksmusik ist. Das hat mich so inspiriert, dass ich dieses Instrument in meinem Song «Aphrodisia» aufgegriffen habe und der Song dadurch ein sehr schönes Sommerflair erhalten hat.

Wie bereiten Sie sich auf Club-Touren vor?

Das ist sehr unterschiedlich. Ich fliege sehr selten in den Urlaub, ohne einen Auftritt zu haben. Meine 'Momagerin', Mutter und Booker kümmert sich auch um die Koordination der Flüge. In sehr stressigen Phasen stand ich schon am Check-in des Zürcher Flughafens und wusste gar nicht, wo es hingehen sollte (lacht). Wenn man drei- bis viermal die Woche fliegt, verliert man leicht den Überblick und man versucht einfach nur, überall pünktlich einzuchecken (lacht). Aus diesem Grunde «lebe ich vom Nest her» – die Kosmetik stelle ich schon gar nicht mehr ins Regal.

Wie stellen Sie sich Ihren Traum-Urlaub vor? 

Abwechslungsreich. Nur rumliegen geht nicht, denn ich bin sehr zappelig! Sehr gerne reise ich nach Mykonos – ob Party, Wassersport, Sightseeing oder gutes Essen – das geht dort alles! Auch Beachtennis, Schwimmen oder Wasserski, ich probiere gerne viele Dinge aus und habe immer Spass daran, mich sportlich zu betätigen. Als ich mal zwei Wochen in der Karibik war, konnte ich nicht mal fünf Tage aushalten, ohne zu tanzen. Dafür musste dann sogar die dortige Hoteldisco herhalten (lacht). Ich entspanne zwar gerne bei Yoga am Strand, aber wenn irgendwo eine Party ist, bin ich die Erste, die mitmachen muss (lacht). 

Gibt es etwas, was keinesfalls in Ihrem Reisegepäck fehlen darf? 

Das Aufladegerät für mein iPhone! (lacht) Es wäre auch äußerst blöd, die USB-Sticks mit dem Sound zu vergessen – Kopfhörer könnte man sich notfalls noch überall besorgen (lacht).

Wo gehen die Partypeople am meisten ab? 

Der Libanon hat mich positiv überrascht und wahnsinnig fasziniert. Die Menschen vor Ort sind sehr gebildet, offen und äusserst hilfsbereit. Das Partypublikum feiert ausgelassen und sehr exzessiv. Sie führen einen ganz eigenen interessanten Lifestyle und sie sind ein sehr dankbares Publikum. 

Was ist Ihr Lieblings-Ort in der Schweiz?

Der Bodensee. Mit dem Boot hat man die Möglichkeit, drei Länder anzusteuern, und der Sonnenuntergang ist einfach sensationell. Ausserdem haben das Wasser, diese Atmosphäre und diese Weitsicht eine sehr entspannende Wirkung auf mich.